Die Chronik der Pinneberger Westumgehung

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Langfassung

- Kurzfassung -



Anmerkung:

Die bisher an dieser Stelle stehenden Hinweise zu Aktivitäten der 60er Jahre haben wir herausgenommen, da nicht mit Sicherheit mehr gesagt werden kann, ob sich die Schilderungen auf die Autobahn A 23 oder die Westumgehung bezogen haben.


1969


Die 1969 gebaute Hochbrücke brachte kaum die erhoffte Verkehrsberuhigung.

1977


Erst 1977 hielt die SPD eine Unterstützung des Baues der Westumgehung für dringend erforderlich, da das Verkehrs-Chaos in der Innenstadt nicht mehr tragbar sei. Durch den Bau der Hochbrücke 1969 anstelle der Westumgehung ist sämtlicher Verkehr anstatt außen herum direkt in die Innenstadt geleitet worden. Proteste kamen von verschiedenen Seiten auf und die Verschiebung der Trasse nach Westen in Richtung Prisdorf schien zunächst machbar, um Bürger im Hauen, Osterloher Weg sowie Reichenberger Straße weiterhin in Ruhe zu wiegen. Gemeinde Appen stellte sich voll dagegen und Wedel plädierte für Südumgehung – ein erneutes Gutachten sollte Klärung bringen.

1980


1980 war man sich nicht einig, ob die LSE von Schenefeld kommend nach Elmshorn weitergeführt werden sollte.

1981


1981 empfahlen die Gremien, die LSE über eine Westumgehung zur Autobahn Pinneberg-Nord anzubinden.

1985

Juli

Am 1. Juli 1985 endlich wurde im Rat beschlossen, die 4,65 km lange Trasse der Westumgehung über 28,5 Mio. DM zu planen und ein Planfeststellungsverfahren einzuleiten. Es herrschte Einigkeit zwischen CDU, SPD und FDP. Nur die GAL stimmte gegen die Jahrhundertstraße.


November

Im November 1985 machten sich Betriebe in der Siemensstraße, die von der Planung direkt betroffen waren, große Sorgen.

1986


1986 wurde der Vorschlag einer Tunnellösung laut, da eine aufzuschüttende Rampe von der Prisdorfer Straße aus bis zum Grundstück der Deutschen Vitrohm (Mitte Siemensstraße) und der damit verbundenen Verkehrsregelung in einen Ringverkehr über die Industriestraße nicht tragbar ist. Man befürchtete sogar, dass die Siemensstraße zu einem Industrie-Slum verelende. Bürgermeister Kaths Argument, die Tunnellösung sei mit Mehrkosten von 30 Mio. DM nicht finanzierbar, wollten die anliegenden Betriebe nicht gelten lassen, zumal die Stadt Pinneberg jährlich von sieben Unternehmen allein 35 Mio. DM Steuern vereinnahmte. CDU Carolus forderte eine Lösung, die Nachteile soweit wie möglich vermeidet. Das Planfeststellungsverfahren ist neu zu erstellen.


Februar

Februar 1986: Die Trasse ist unzumutbar und wird von vier CDU-Direktkandidaten zur anstehenden Kommunalwahl abgelehnt. SPD Bernd Schröder steht hinter dem Tunnel durch das Industriegebiet, was auch die Anwohner Reichenberger Straße vor Belästigung schützen würde. SPD fordert ein Gutachten, ob statt der Brücke über die Bahnlinie auch eine Untertunnelung technisch möglich und finanzierbar wäre. Wenn ja, sollte dies als bessere Lösung gewählt werden.

1987

Februar

21. Februar 1987: Das Gutachten beinhaltet als Alternativlösung einen Tunnelbau. Pinneberg hat sich hierfür entschieden und diese Lösung in Kiel angemeldet.


Mai

09. Mai 1987: Ratsherr Winfried Hebisch meinte, es solle jetzt nicht mehr an dem Plan gerüttelt werden. Die Westumgehung wird jetzt gebaut.


Dezember

12. Dezember 1987: Dolchstoß für die Westumgehung. Politiker votierten aus Spargründen für Teil-/Stummellösung. GAL stimmte ebenfalls dafür.

1988

Januar

30. Januar.1988: Die Stadt Pinneberg ist gezwungen für 100.000 DM neue Planungen anzustellen.


Juni

Im Juni 1988 wurde bekannt, dass die Stummellösung ohne Chance bleibt. Die Landesregierung hat den Abwägungsprozess abgeschlossen. Es wird nur der gesamte Westumgehungsbau bezuschusst. Bürgermeister Kath hat sofort die Planungsunterlagen abgeschickt und das Verkehrsministerium Schleswig-Holstein leitete für die 4.662 Meter und 32 Mio. DM teure Straße sogleich das Planfeststellungsverfahren ein.


November

November 1988: GAL fordert nun eine Bürgeranhörung und gründet ein Bürgerforum Verkehr und Umwelt. GAL fordert mehr Bürgerinformation über das Straßenbauprojekt. Bürgerforum kämpft gegen die Westumgehung. Die Tunnellösung war vom Tisch. Protestbriefe gegen Brücken-Planung von Fa. Hellermann werden dem BGM übergeben. Die Verschiebung der Westumgehung in Richtung Prisdorf wird favorisiert, weil die Sammeleinwendung der Belegschaft von Vitrohm eine Brücke über die Gleise ablehnt. Außerdem muss die Brücke über die Gleise neu geplant werden, da die SB-Verlängerung nach Elmshorn nicht berücksichtigt wurde.

1989

Januar

Im Januar 1989 liegen die berichtigten Pläne vor.


Juli

Im Juli 1989 wird das Schlüsselgrundstück „Stadie“ für den Trassenanschluss an die Elmshorner Straße gekauft. Die Gegner schrecken auf.


September

Im September 1989 nehmen 142 Parteien Stellung zu diesem Projekt. Doch die Mehrheit der Politiker stimmen ab: An der Beschlusslage sei nicht zu rütteln. Trotz der Vorwürfe von Seiten der Gegner hat das Ministerium Kiel mittlerweile dem Antrag auf Einleitung des Planfeststellungsverfahrens stattgegeben. Nach dem Planfeststellungsverfahren soll der Bau forciert vorangetrieben werden.


Oktober

Im Oktober 1989 gründet sich eine Bürgerinitiative für den Bau der Westumgehung. Wilhelm Timm aus der überlasteten Mühlenstraße war der Initiator. Die Verantwortlichen werden aufgefordert, sich endlich um die Belange einer großen Gruppe zu kümmern. Innerhalb der SPD gibt es Unstimmigkeiten über die Westumgehung.

1990

März

März 1990: Die Westumgehungsgegner wollen jetzt gerichtlich vorgehen, und zwar wegen eines nicht eindeutigen Gutachtens. Die Bürgerinitiative Pro Westumgehung legt den Politikern 100 Unterschriften vor: Die Westumgehung ist die wirksamste Verkehrsberuhigung, weil mehr als 20 % Durchgangsverkehr ist.


Mai

Mai 1990: Die Westumgehungsgegner wollen jetzt Bonn wegen nicht ausreichender Prüfung zur Umweltverträglichkeit bei der EG verklagen. Das Planfeststellungsverfahren kommt ins Stocken. Vertreter der Gewerbeanlieger Siemensstraße unterzeichnen die Beschwerde an die EG-Kommission.

1993


Juni 1993: Ergebnis einer neunstündigen Anhörung: 30 Einwender und Vertreter von Umweltschutzverbänden meinen mit der Verschiebung des Baubeginns der Westumgehung einen Punktsieg errungen zu haben.

1995


Ab Juni 1995 werden wieder Stimmen für die Westumgehung laut, und zwar aus dem Wedeler Weg. Anlieger beklagen die Zunahme des LKW-Verkehrs. Aber ob die Westumgehung je gebaut wird ist indes völlig offen; denn das Planfeststellungsverfahren konnte bislang nicht abgeschlossen werden. Die GAL wäre mit dem Trassenbau evtl. einverstanden, wenn die Innenstadt autofrei werden würde.

1996


August 1996: Westumgehung wieder Streitpunkt im Umweltausschuss. Antrag: Bau der Westumgehung soll in die Planung der Stadtentwicklung aufgenommen werden. Gutachter erläutern Verkehrsprognose. Grünen Basis beschließt Westumgehungs-Stummel – GAL-Stadtrat legte alle Ämter nieder.

1997


Februar 1997: Baumschul-Grundbesitzer verlangen korrekten Grundstückspreis, sonst droht Klage auf Schadenersatz. CDU und SPD müssen endlich an einem Strang ziehen und sich für den Bau der Westumgehung einsetzen . Bürgermeister Nitt schreibt persönlich an Kieler Verkehrsministerium Peer Steinbrück und bittet, den Prozess des Planfeststellungsverfahrens zu beschleunigen. Im Kommunalwahlprogramm hat sich die SPD mit deutlicher Mehrheit für den Bau der Westumgehung ausgesprochen.

1999


Dezember 1999: Mit dem Planfeststellungsbeschluss ist erst Anfang 2000 zu rechnen, da etliche Unterlagen neu ausgelegt werden müssen aus Gründen lärmtechnischer Berechnungen, landschaftspflegerischen Begleitplanes und einer Umweltverträglichkeitsstudie.

2000


April 2000: Neubaugebiet Wedeler Weg ist beschlossene Sache: Der Bau von 600 Wohneinheiten und einem Teil der Westumgehung wurde Fa. Groth & Co anhand gegeben.

2002


April 2002: Mit dem Spatenstich von Verkehrsminister Rohwer wurde die Westumgehung auf den Weg gebracht. Eine 40 Jahre währende Debatte ist beendet.

2003


Juli 2003: Eine mögliche Tunnellösung wird noch einmal geprüft. Mehrheitsentscheidung hätte die Folge, dass die Veränderungen in das Planfeststellungsverfahren eingearbeitet werden müssen. Dann wäre hoffentlich Anfang 2004 das Verfahren abgeschlossen.

2004

April

Minister spricht jetzt persönlich mit den Anliegerfirmen in der Siemensstraße, um eine einvernehmliche Lösung für die Gestaltung der Westumgehung zu finden.


September

Das ruhende Planfeststellungsverfahren wird weiterhin ruhen. CDU wartet Gespräch mit den Unternehmern ab. SPD hält eine Tunnellösung nach wie vor für ausgeschlossen.

2005


Oktober 2005: Pinneberger Delegation fährt zu einem Gespräch nach Kiel. Zu den umfangreichen Fragen soll Ende November eine Stellungnahme vorliegen.

2006


September 2006: Kiel verlangt aktualisierte Pläne bis Okt. 2006. Es ergaben sich Luft- und Lärm-Veränderungen.

2007


24. Dezember 2007: Die Westumgehungs-Gegner wollen weiterhin den Trassenbau verhindern und stellen sich quer vor den Westring beim Autohaus Kalus.

2008

Mai

Pinneberg liefert erneut unvollständige Unterlagen und die sind daher nicht genehmigungsfähig. Klärendes Gespräch in Kiel. Der Zank kreist um 2 Punkte: Der LKW-Anteil auf der Westumgehung sowie die Begründung für die gewählte Brückenvariante. Wenn sich zügig geeinigt wird, könnte das Verfahren tatsächlich im Herbst 2009 abgeschlossen sein.


August

Verwaltung drängt auf Realisierung eines alten Projektes. Bedenken privater Anlieger könne in gerichtliche Klageverfahren münden. Wunsch der Stadt bleibe der Sofortvollzug des Straßenbaues trotz möglicher Klagen.

2010

März

Bürgermeisterin Alheit freut sich über grünes Licht für die Westumgehung; der Planfeststellungsbeschluss wurde überbracht. Ende 2010 könnte mit dem Bau des 1. Abschnittes zwischen Müssentwiete und Autobahnanschlussstelle Pinneberg-Nord begonnen werden. Gegner der Pinneberger Westumgehung wollen wieder klagen. Bürgermeisterin Alheit will die vierwöchige Auslegung des Planfeststellungbeschlusses und die Einwende abwarten. Dann wird entschieden, ob die Stadt die sofortige Vollziehbarkeit beantragt.



11. März 2010: Dauerbrenner Westumgehung - Bürgermeisterin Alheit kündigt Beantragung des Sofortvollzuges an. Gegner drohen mit Klagen; sie kritisieren Eingriffe ins Öko-System. Zudem fürchten Anwohner in Pinnebergs Norden um ihre Wohnqualität. „Wer glaubt, der Kampf sei vorbei, der irrt, so Bürgermeisterin Alheit. Aber es sei ein neues Kapitel aufgeschlagen“.


Juni

01. Juni 2010: Befürworter für die Trasse gehen in die Offensive! 100 Teilnehmer trafen sich im Sportler-Treff des Vfl und bildeten Arbeitsgruppen.


August

Der Verein „Pinneberger-Westumgehung-jetzt e. V.“ ist mit 17 Gründungsmitgliedern gestartet. Den Vorstand bilden Stefan Koeberer, Annika Etzrodt und Leo Heinl.


September

Der Verein „Pinneberger-Westumgehung-jetzt e. V.“ präsentiert sich zum ersten Mal der breiten Öffentlichkeit mit einem eigenen Infostand auf dem Pinneberger Stadtfest. Neben vielerlei Informationen und Gesprächen mit Interessierten werden ganz nebenbei auch noch 1.500 Unterschriften von Bürgerinnen und Bürgern gesammelt, die auch sagen: „Wir alle wollen, dass die Westumgehung endlich gebaut wird!“


November

In der Ratsversammlung am 04. November sind 16 Mitglieder des Vereins „Pinneberger-Westumgehung-jetzt e. V.“ im Vereins-T-Shirt erschienen, um an die Bürgermeisterin und die Fraktionen zwei Fragen zu stellen:
1.Wie ist der aktuelle Stand zum Thema Westumgehung bezgl. Planung, Klagen und die Finanzierung?

2.Welche Stellung beziehen die einzelnen Fraktionen zum Thema Westumgehung? Sind sie für den Bau der Westumgehung – jetzt, oder eher dagegen

Die Fragen sind beantwortet worden, die Antworten werden nach Auswertung der Protokolle auf der Homepage des Vereins P-W-j veröffentlicht.


November

Am 05. November wird die Öffentlichkeit über die Zeitung informiert, dass einer der 6 bisherigen Kläger seine Klage zurückgezogen hat (s. auch Presseseite oder Langfassung der Chronik).

Am 06. November erscheint ein kurzer Beitrag über den Auftritt des Vereins P-W-j bei der Ratsversammlung mit den Statements der Ratsfraktionen und dem Hinweis auf das geschenkte T-Shirt für die Bürgermeisterin.



Die Fortschreibung der Chronik endet hier. Weitere Ereignisse, sie für die Entwicklung der Westumgehung seitdem von Bedeutung waren und sind, finden Sie unter “Presse“ und “Aktuelles“.



Stand November 2010

Zusammenstellung Astrid Budszus

Korrektur Leo Heinl

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